Der Radikale

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Ben Becker zu Gast im MDR FIGARO-Café

Der Schauspieler und Musiker Ben Becker ist mit seiner Performance über den biblischen Judas unterwegs. Im MDR FIGARO-Café am 7. Februar ab 12.05 Uhr spricht er mit Moderator Vladimir Balzer über den Zusammenhang von Leben und Tod, die Grenzen des Göttlichen – und über seine Narben.

Er polarisiert, provoziert, lässt niemanden kalt. Die Körperlichkeit, das Kraftvolle, das Radikale – das ist Ben Becker. So lebt er, so spielt er. Mit seinen Eskapaden liefert Becker immer wieder Stoff für die Boulevardmedien. Familie bedeutet ihm viel. Dennoch bricht er gerne aus, schlägt über die Stränge – sein Drogenkonsum hat ihn einmal fast umgebracht.

Die neue Performance, mit der er im März und April in Mitteldeutschland gastiert, handelt von dem Jünger Judas, der Jesus verraten hat. Ben Becker will ihn in „Ich, Judas. Einer unter Euch wird mich verraten“ rehabilitieren und als jemanden zeigen, der nichts Falsches getan hat, sondern nur eine göttliche Aufgabe erfüllte. Dafür nutzt der Schauspieler Texte von Amos Oz und Walter Jens sowie Orgelmusik von Johann Sebastian Bach. Er provoziert die Frage, wie viel von ihm selbst in der Figur steckt, von dem Außenseiter, der nach Anerkennung sucht und unbedingt erlöst werden will.

Jedenfalls glaubt man immer wieder ihn selbst in seinen Rollen zu entdecken: den Franz Biberkopf in „Berlin Alexanderplatz“, den Tod im „Jedermann“, den Baal in der Inszenierung von Thomas Thieme am DNT Weimar, den Sid Vicious in seinem eigenen Stück über die Sex Pistols. Doch dann zeigt er auch die leisen und gebrochenen Charaktere wie den schwulen Peter in „Schlafes Bruder“ von Joseph Vilsmaier.

Demnächst ist Becker wieder in einem Spionage-Mehrteiler als Stasimann zu sehen. In dieser Hinsicht bleibt er dem Thema treu, das ihn im Moment besonders antreibt: der Verrat.

In den 60er Jahren im linken Bremen als Sohn eines selbsterklärten Kommunisten groß geworden, ging er als Scheidungskind Anfang der 70er nach Westberlin. Dort wuchs Becker als Stiefsohn von Schauspielerlegende Otto Sander auf und stand später auch gemeinsam mit ihm vor der Kamera. Auch mit seiner Schwester Meret Becker hat er oft zusammengespielt.

Weitere Informationen unter www.mdr-figaro.de

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