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Buch des Monats: Als meine Seele dunkel wurde

Titelbild
In dem Buch "Als meine Seele dunkel wurde" erzählt Autorin Merle Leonhardt die Geschichte ihrer Depression - Wie sie sie in die Tiefe sog und wie sie es schaffte, sich aus der Spirale der negativen Gedanken zu befreien.

Inhalt
»Lass dich doch nicht so hängen! Gib dir halt ein bisschen Mühe!« Viele Gesunde glauben, Depression sei eine Charakterschwäche und mit Disziplin und ein wenig Härte zu sich selbst könne man ihr schon beikommen. Zweifelt nicht jeder mal an sich? Hat nicht jeder mal Ängste und Sorgen und sieht alles Grau in Grau? Tatsächlich sind viele Symptome so verbreitet, dass sie fast als normal erscheinen, doch nicht immer sind sie nur Zeichen einer vorübergehenden Krise. Manchmal verbirgt sich dahinter eine schwere Krankheit. Merle Leonhardt ist 26 und hat gerade ihr Psychologiestudium abgeschlossen, als sie ohne äußeren Anlass die Freude an allem verliert. Der massive Stimmungseinbruch zieht körperliche Schwäche, Vernichtungsängste, Panikattacken, Auflösungsgefühle bis hin zu Selbstmordabsichten nach sich. Eine ambulanteTherapie bleibt ohne Wirkung, schließlich kommt es zur Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Es dauert lange, die Depression in den Griff zu bekommen. Doch es gelingt. Merle Leonhardt hat das Ende des Tunnels erreicht. Ihr Blick zurück ist analytisch und berührend zugleich.

Die Autorin
Merle Leonhardt studierte Psychologie in Norddeutschland und den USA. Heute arbeitet sie als Psychologische Psychotherapeutin.

Leseprobe
Ende September 2000
Am Tag, als meine Freundin das Rauchen aufgab, stürzte ich kopfüber in den Abgrund. Mit Decken auf den Knien saßen Svenja und ich vor einem Café. Es war einer dieser warmen Spätsommernachmittage, an denen die Sonne schon recht niedrig steht und ihr Licht wie in einem letzten tiefen Ausatmen vor dem kommenden Herbst die Straßen überflutet. Ihre Strahlen brachen sich in den Gläsern, die vor uns standen. Svenja hatte gerade das Rauchen aufgegeben, wir lästerten über andere, die das nicht geschafft hatten, besprachen ausgiebig die Vorteile des Nicht-Rauchens und hatten – das Studium gerade abgeschlossen – das erhebende Gefühl, an der Schwelle zur Zukunft zu stehen. Es bestand kein Zweifel, dass wir ihr optimistisch entgegenblicken konnten. Mitte zwanzig, seit sechs Wochen Diplom-Psychologin. Dipl.-Psych. Merle Leonhardt: Das war ich. Hörte sich gut an.

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