Berufsunfähigkeitsversicherung - sinnvoll oder überflüssig?

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Was tun, wenn man zwar arbeiten will, aber nicht mehr kann? Wer sich nicht auf staatliche Hilfe verlassen und privat vorsorgen will, der kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Wir verraten Ihnen, was hinter dieser speziellen Versicherung steckt.
Arbeitskraft ist wertvoll – für die Wirtschaft und jeden Einzelnen. Doch nicht jeder, der arbeiten will, kann es auch. Rund jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland scheidet vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Ein besonders hohes Risiko tragen zum Beispiel Dachdecker, Lehrer und Busfahrer.
Mit dem frühzeitigen Job-Aus drohen finanzielle Schwierigkeiten. Denn eine staatliche Erwerbsminderungsrente bekommt nicht jeder automatisch. Diese staatliche Hilfe erhält nur, wer gar nicht mehr bzw. nur noch wenige Stunden täglich arbeiten kann. Die Art der Tätigkeit ist dabei unabhängig vom Ausbildungsberuf. Ob die Rente gewährt wird oder nicht – das Geld vom Staat reicht meist nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Wer sich dagegen absichern möchte, kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die im Ernstfall eine feste monatliche Rente auszahlt. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Versicherung?
Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente ausfallen?
Der im Ernstfall monatlich ausgezahlte Betrag sollte sich am Lebensstandard jedes Einzelnen orientieren. Mit einer Rente, die 75 Prozent des letzten Nettoeinkommens beträgt, sind Versicherte in der Regel gut beraten.
Wie lang sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?
Eine Berufsunfähigkeitsrente muss die Zeit überbrücken, bis die Altersrente gezahlt wird. Für jüngere Arbeitnehmer gilt die Rente ab 67. Der Vertrag sollte im besten Fall bis zu diesem Alter laufen.
Lässt sich die einmal vereinbarte Rente später noch erhöhen?
Ja, man kann zum Beispiel einen Vertrag mit Dynamik abschließen. Dann steigt die Absicherung jedes Jahr und passt sich automatisch an Inflation und Einkommensentwicklung an. Zudem ist eine Nachversicherungsgarantie empfehlenswert: Verändern sich die Lebensumstände etwa nach Heirat oder Hauskauf, lässt sich ohne erneute Gesundheitsprüfung die Rente erhöhen.
Warum wird eine Gesundheitsprüfung gemacht und was gibt es zu beachten?
Die Beitragshöhe des Berufsunfähigkeitsschutzes wird für jeden Antragssteller ausgerechnet. Der persönliche Gesundheitszustand, frühere Erkrankungen und Behandlungen bilden dafür die Grundlage. Ganz wichtig ist, dass nichts verschwiegen wird. Denn wer falsche Angaben macht, setzt seinen Versicherungsschutz aufs Spiel.
Was hat es mit der so genannten „abstrakten Verweisung“ auf sich?
Bei der abstrakten Verweisung ist es möglich, dass der Versicherer die Rente im Leistungsfall nicht auszahlt, sondern den Versicherten auf einen anderen Beruf verweist. Dieser muss in etwa der bisherigen Lebensstellung sowie der Ausbildung und Erfahrung entsprechen. Es gibt aber auch viele Angebote, die die abstrakte Verweisung vertraglich ausschließen.
Wo findet man weiterführende Informationen?
Unabhängige Quellen wie zum Beispiel Stiftung Warentest geben meist einen guten Überblick über die verschiedenen Anbieter und geben Tipps, welches Produkt am besten zu den individuellen Bedürfnissen passt.