Weltlungentag: Schadstoffe in der Luft und Allergien beeinflussen Atemwegserkrankungen

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„Dicke Luft – Gefahr für die Lunge“. So lautete das diesjährige Motto des Deutschen Lungentags. Bundesweit fanden zu diesem Anlass den gesamten September über diverse Informationsveranstaltungen statt, bei denen renommierte Experten zu Themen wie Klimawandel, Luftschadstoffe und damit einhergehende gesundheitliche Gefahren referierten. Die Zentralveranstaltung fand am vergangenen Samstag, den 29.09. in der Berliner Charité statt. Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergiezentrum der Charité, legte einen besonderen Fokus auf mögliche Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen, Allergien und Asthma. Denn Asthmatiker besitzen häufig keine ausreichende Kenntnis darüber, inwieweit sowohl saisonale Allergene, als auch solche, denen sie ganzjährig ausgesetzt sind, ihre Erkrankung verstärken. Gerade für allergiebedingtes Asthma stehen nach genauer Diagnose individuelle Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Luftverschmutzung und Allergene

Nahezu täglich wird über Fahrverbote in Innenstädten, fossile Energieträger und etliche weitere Umweltbelastungen berichtet. Denn diese stehen in der Kritik, sich nicht nur negativ auf das Klima, sondern in massivem Ausmaß auch auf die Gesundheit auszuwirken. Besonders der Straßenverkehr in Ballungsgebieten und die Schadstoff-Emissionen großer Industriestandorte werden für eine schlechte Luftqualität verantwortlich gemacht, die bei direktem Kontakt mit der Lunge eine Gesundheitsgefahr darstellen kann. „Besonders für Menschen mit Allergien oder einem bereits bestehenden Asthma sind verkehrsinduzierte Luftschadstoffe nach bisherigen Untersuchungen schädlich, da sie zu obstruktiven Veränderungen der Lungenfunktion führen können.“, erklärt Prof. Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité. Liegt zusätzlich eine Sensibilisierung auf ein Allergen vor, zum Beispiel auf Schimmelpilze, Pflanzenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, dann können die Luftschadstoffe die Symptome des allergiebedingten Asthmas unter Umständen potenzieren. „Bei der Exposition werden die Schleimhäute extrem gereizt und es kann zu Entzündungsreaktionen kommen. Das führt dann beispielsweise dazu, dass sich die Symptome von Atemwegsproblemen bei Asthmatikern verstärken und sie einen erhöhten Bedarf an Medikamenten haben.“

Prof. Bergmann weist jedoch generell darauf hin, dass die gesundheitlichen Auswirkungen immer abhängig von den jeweiligen Begleitumständen sind, beispielsweise von der Höhe der Schadstoffkonzentration in der Luft und der Dauer der Exposition. Auch das Wetter spiele eine entscheidende Rolle, so der Experte.

Prof. Bergmann betont auch, dass es bislang keine belastbare Statistik zur Anzahl von Kindern oder Erwachsenen in bestimmten Regionen gebe, deren Erkrankung durch Luftschadstoffe verursacht oder verstärkt wurde. Er appelliert, wissenschaftliche Daten immer sachgerecht zu interpretieren: „Luftschadstoffe, wie Schwebstaub, Ozon, Stick- und Schwefeloxid können die Entstehung und den Verlauf von Atemwegs-Erkrankungen, wie Asthma, beeinflussen. Ob diese Schadstoffe jedoch auch Verursacher für diese Erkrankungen sein können, ist noch unklar und wird derzeit intensiv erforscht.“

Die gute Nachricht: Laut Umweltbundesamt ist die Belastung mit Luftschadstoffen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Dies dürfte maßgeblich auf die Reduzierung der durch Autos abgegebene Schadstoffe zurückzuführen sein. Dennoch gilt es, in absehbarer Zukunft weitere Maßnahmen zu treffen, um die Reinhaltung der Luft sicherzustellen. „Um als Asthmatiker gegenzusteuern, gibt es leider kaum praktikable Möglichkeiten“, erklärt Prof. Bergmann. „Am besten wäre es, wenn sie sich nicht an viel befahrenen Straßen aufhalten oder dort wohnen würden. Körperliche, und insbesondere sportliche Aktivitäten, sollten nicht zu Zeiten mit hohen Ozonwerten und bestenfalls auch nicht in Innenstädten mit erhöhten Stickoxidwerten durchgeführt werden.“

Für Menschen, die von Schwerem Asthma betroffen sind, lohnt sich darüber hinaus immer ein Blick auf die Internetseite www.luftstoss.de. Dortfinden Betroffene und Angehörige Informationen zu Diagnose und Behandlung des Schweren Asthmas sowie spezialisierte Facharzt-Zentren. Davon gibt es deutschlandweit ca. 70, alle kooperierend im „Netzwerk Schweres Asthma“.

Informationen und Hilfe aus dem Internet

  • Kliniken und Ärzte in Deutschland, die auf die Diagnose und Therapie bei Schwerem Asthma spezialisiert sind, finden Interessierte unter www.netzwerk-schweres-asthma.de.
  • Auf der Website der Initiative LuftStoß (www.luftstoss.de) finden Betroffene Informationen zum Thema schweres Asthma.
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