Titel: Santa Claus
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Die Weihnachtszeit steht vor der Tür: Doch was hat es mit dem norwegischen Marzipanschwein auf sich, wer oder was ist „Der Dicke“ aus Spanien und wie kommt die Zuckerstange eigentlich zu ihrer Form? So unterschiedlich verschiedene Sprachen und Länder sind, so verschieden sind auch ihre Weihnachtstraditionen. Babbel, die weltweit erfolgreichste Sprachlern-App, stellt zehn herrliche Weihnachtsbräuche aus Deutschland und der ganzen Welt vor.

1. Italien – La Befana (Die Hexe Befana)
Santa Claus, Father Christmas, Ded Moroz, Sinterklaas, der heilige Nikolaus – wer kennt nicht den fröhlichen alten Mann, der in der Weihnachtszeit großzügig Geschenke verteilt? Doch in Italien kommt la Befana, eine Hexe, die artige Kinder mit Süßigkeiten belohnt und unartige mit dunkler Kohle bestraft. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar reitet sie auf einem Besen durch den Kamin ins Haus. So hält die Weihnachtsstimmung noch bis ins neue Jahr an, denn la Befana (aus dem Italienischen „Epifania“) besucht die Häuser in der Nacht der Epiphanie – des Festes der Drei Heiligen Könige. Empfangen wird sie meist nicht mit Cookies und Milch, sondern mit einem Glas Wein und regionalen Köstlichkeiten.

2. Portugal – Consoada (Traditionelles Weihnachtsessen)
Consoada – das ist der Name des traditionellen Weihnachtsessens, das in Portugal an Heiligabend serviert wird. Der Hauptgang besteht aus Kabeljau, Brokkoli oder Grünkohl sowie gekochten Eiern und Kartoffeln zusammen mit einer Knoblauch-Vinaigrette. Als Nachtisch gibt es meist eine süße Nachspeise aus der Region. Der Brauch der Consoada stammt noch aus einer Zeit, in der man am 24. Dezember über den ganzen Tag lang fastete und nach der Mitternachtsmesse, der Missa de Gallo, nach Hause kam und ein „tröstendes“ Essen auftischte. Daher kommt auch der Name, der auf das lateinische Wort consolare zurückgeht: “trösten”.Zur Tradition gehört, dass der Teller aus Respekt vor den Toten, die dem Fest eventuell beiwohnen möchten, nicht ganz aufgegessen wird. Geschenke werden nach dem Essen ausgetauscht.

3. Niederlande – Decemberzegels (Weihnachtsbriefmarken)
Selbst in Zeiten von E-Mail, Facetime-Anrufen und WhatsApp-Nachrichten steht die traditionelle Weihnachtskarte für viele immer noch hoch im Kurs. Das kann jedoch schnell zu einem teuren Unterfangen werden, verschickt man aus Europa eine Postkarte beispielsweise in die USA. In den Niederlanden gibt es deshalb zwischen dem 4. November und dem 3. Januar ganz besondere Briefmarken: die Decemberzegels.In dieser Zeit benötigt man für eine Postkarte mit bis zu 50 Gramm nur eine einzelne dieser Briefmarken, wenn der Weihnachtsgruß per Post innerhalb der Niederlande verschickt wird. Für eine Postkarte in alle anderen Teile der Welt benötigt es maximal zwei Weihnachtsbriefmarken. Auf den Decemberzegels sind traditionell bunt gestaltete Bilder vom Weihnachtsfest abgebildet.

4. Spanien – El Gordo (Weihnachtslotterie)
Direkt aus dem Spanischen übersetzt, bedeutet el gordo “der Dicke”. Gemeint ist damit nicht etwa ein üppiger Weihnachtsbraten oder eine dicke Weihnachtsmann-Figur. El Gordo ist die traditionelle Weihnachtslotterie, die Lotería de Navidad. Sie findet in Spanien immer am 22. Dezember statt. Jedes Jahr spielen fast 75 Prozent der spanischen Bevölkerung mit. Damit gilt die Weihnachtslotterie als eine der größten und beliebtesten Lotterien auf der ganzen Welt. Bei einem Gesamtgewinn von über zwei Milliarden Euro befindet sich unter vielen kleinen Gewinnerbeträgen auch der „dicke“, große Hauptgewinn im siebenstelligen Bereich.

5. Frankreich – Gui et houx (Mistelzweig und Ilex)
In Frankreich wachsen gui et houx („Mistelzweig“ und die Stechpalme „wilde Ilex“) vorwiegend in der Bretagne und der Normandie. Für manch einen ist der Kuss unter dem Mistelzweig der Inbegriff einer romantischen Liebesbekundung. Die Franzosen verschenken den Mistelzweig mit seinen weißen Beeren meist als Glücksbringer (porte-bonheur) zu Neujahr. Die winterfeste Ilex hingegen ist aufgrund ihrer bunten Farbe eine traditionelle Weihnachtsdekoration: Die Beeren sind zwar giftig, stehen aber wegen ihrer satten, roten Farbe für das Leben und die Liebe. Die grünen stacheligen Blätter sollen symbolisch die bösen Gedanken und Taten fernhalten und stehen für Hoffnung.

6. Schweden – Julkalender (TV-Adventskalender)
Viele kennen den klassischen Adventskalender als verzierten Kalender mit insgesamt 24 Schokoladenüberraschungen. In Schweden und dem Rest der nordischen Länder dagegen ist der Julkalender ein echtes TV- und Radio-Event: Angefangen mit Titteliture, dem ersten schwedischen TV-Adventskalenderin den 1960er-Jahren, ist der Julkalender noch heute eine spaßige vorweihnachtliche Tradition. Vom 1. Dezember bis zum Heiligabend öffnet Tomte – ein Weihnachtswichtel – jeden Tag ein neues Türchen und präsentiert im Fernsehen oder Radio eine Überraschung. Das kann zum Beispiel ein Gast oder ein Rätsel sein.

7. Dänemark – Kalenderlys (Kalenderkerzen)
Das dänische Wort hygge ist mittlerweile fester Bestandteil internationaler Mainstream-Kultur geworden. Es steht bisweilen häufig für eine gemütliche, angenehme oder ruhige Atmosphäre. Eine weihnachtliche Erscheinung des Wortes hygge sind die dänischen Kalenderlys: insgesamt 24 durchnummerierte, festlich gestaltete Kerzen. Traditionell werden sie bis zum Weihnachtsabend jeden Morgen zum Kaffee und Frühstück angezündet. Das sorgt für eine „hyggelige“ Atmosphäre und spendet Helligkeit in der dunklen Jahreszeit.

8. Norwegen – Marsipangris (Marzipanschwein)
Marzipan: Die einen lieben es, die anderen gar nicht. In Norwegen ist die cremige Mandelsüßigkeit jedenfalls außerordentlich beliebt. Jährlich werden hier rund 45 Millionen Tonnen Marzipan gegessen und das Marzipanschwein, marsipangris, ist seit 1915 ein fester Bestandteil der norwegischen Weihnachtskultur. Jedes Jahr bereiten Familien einen Reispudding, risgrøt, zu und verstecken eine Mandel in der Masse. Wer sie beim Essen findet, bekommt als Belohnung einen Glücksbringer: das Marzipanschwein.

9. Polen – Szopka (Weihnachtskrippe)
Die Bevölkerung von Polen ist mit einem Anteil von rund 87 Prozent römisch-katholisch geprägt. Die Weihnachtskrippe szopka bożonarodzeniowa oder auchszopka krakowska („Krakauer Weihnachtskrippe“) – das christliche Symbolbild der Geburt Jesu Christi – spielt in Polen deshalb eine ganz besondere Rolle: Seit dem Ende der 1930er-Jahre gibt es jedes Jahr in der ersten Dezemberwoche einen „Krippenwettbewerb“. Hier präsentieren die Menschen ihre schönsten und bizarrsten Krippen-Kreationen auf dem Krakauer Marktplatz. Die schönsten Werke – egal ob architektonisch anspruchsvoll oder künstlerisch ausgefallen – erhalten Einzug in die Dauerausstellung des polnischen Geschichtsmuseums in Krzysztofory Palace. Die einzigartige Tradition wurde 2018 sogar in UNESCOs Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

10. Deutschland – Die Zuckerstange
Der deutsche Weihnachtsmarkt, auch Christkindlmarkt oder Adventsmarkt genannt, ist durch seinen Ursprung und seine lange Tradition mittlerweile zum kulturellen Exportschlager geworden. Neben bunten Buden und einem großen Weihnachtsbaum gehören auch Live-Chöre häufig zur Grundausstattung des jährlichen Weihnachtsmarktes. Eine alte, deutsche Folklore besagt, dass die Chorleiter zum Teil sehr frustriert waren, weil lärmende Kinder den Gesang störten. Deswegen baten sie die Süßigkeitenverkäufer darum, den Kindern süße Stangen zum Lutschen zu geben, damit sie während des Chor-Auftritts beschäftigt bleiben. Häufig werden also auf deutschen Weihnachtsmärkten Zuckerstangen – weltweit auch als candy canes bekannt – verkauft. Ihre traditionelle Form hat die Zuckerstange übrigens vom Hirtenstab. Die Form soll die Kinder an die Schäfer erinnern, die das Jesuskind besuchten.

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